Ergebnis

Multi-Cloud

Multi-Cloud
aus strategischer
Perspektive

Für jedes Einsatzszenario der passende Cloud Service, kein Vendor Lock-in, hohe Ausfallsicherheit bei bestmöglicher Performance – Unternehmen erkennen auf dem Weg der Digitalen Transformation die Vorteile heterogener Cloud-Umgebungen. Ein Whitepaper des Cross-Business-Architecture Lab klärt darüber auf, wie sich mit Hilfe von EAM solche Umgebungen planen und managen lassen.

Cloud-Einführungen werden oft von einem Paradigmenwechsel begleitet: Statt langfristig festgelegter Zielarchitekturen werden diese bei iterativen Ansätzen während des Prozesses durch wachsende Erfahrungen angepasst. Klassische Projektorganisationen und Hierarchiestrukturen stoßen dabei an ihre Grenzen und erfordern eine Neuorganisation.

„In der Vergangenheit hat sich Enterprise Architecture darauf konzentriert, mit immer exakterer Planung Risiken einzudämmen. Aber der entscheidende Faktor für die Überlebensfähigkeit eines Unternehmens ist künftig nicht mehr Risikovermeidung, sondern Anpassungsfähigkeit – und auch die braucht Leitplanken. Enterprise Architecture 

Management wird um Cloud Management erweitert und muss damit agiler werden. Es muss Ungewissheiten managen können“, erklärt Björn Oestrich, Leiter des Workstreams Cloud Guide III, in dem das Whitepaper entstanden ist. Dabei bleibt die eigentliche Kernaufgabe der Architekten unverändert: Die transparente Planung und Umsetzung der Geschäfts- und IT-Strategie mit einer entsprechenden Architektur.

Bild: hxdyl, iStock

Kernaussagen des Whitepapers

  • Cloud-Einführungen benötigen eine Neuorganisation von Prozessen und Hierarchien.
  • Bei der Wahl von Cloud-Diensten geht es zuerst darum, welcher den größten Mehrwert für das Unternehmen bietet.
  • Multi-Cloud-Strategien schöpfen die Innovationskraft der Cloud Provider besser ab und verteilen das Risiko des Anwenderunternehmens besser.
  • Multi-Cloud erhöht die technische Komplexität, macht die Dateninte-gration schwieriger, bringt zusätzliche Sicherheitsherausforderungen und macht Abrechnungsmodelle komplizierter. 
  • Angebote der Cloud Provider werden immer ähnlicher, deshalb sollten Unternehmen die Provider wählen, die am besten zu ihrer Strategie passen.

Auch wenn Multi-Cloud die Verwendung von Cloud-Diensten ausgewählter unterschiedlicher Cloud Service Provider bedeutet, sollte es bei der Planung zunächst nicht darum gehen, Anwendungen leicht verschieben zu können. Wichtiger ist die Möglichkeit, die Cloud-Dienste mit dem meisten Mehrwert für das Unternehmen aus dem Angebot ausgewählter CSP zu selektieren. Beispielsweise könnte eine digitale E-Commerce-Initiative eine Cloud-Plattform erfordern, die auf maximale Skalierbarkeit ausgelegt ist, während eine andere analyseintensive Arbeitslast in eine Cloud-Plattform verlegt wird, die speziell für die Nutzung großer Speicherpools entwickelt wurde.

Der Vorteil dieses Multi-Cloud- oder Best-of-Breed-Ansatzes: Unternehmen nutzen die Innovationskraft des Providers und verteilen gleichzeitig ihr Risiko. Allerdings sollte die Entscheidung für den Einsatz von mehreren Providern niemals aus einem Projekt heraus getroffen werden. „Projektbezogene Entscheidungen führen dazu, dass keine ordentliche Einbindung des CSP in die notwendigen Cloud-Management-Prozesse erfolgt und damit ein unkontrollierter Teil der Unternehmens-IT geschaffen wird“, rät Oestrich.

Denn (Multi-) Cloud-Umgebungen haben ihre Tücken: Sie betreffen vor allem das Management der technologischen Komplexität, die Datenintegration, die Abrechnungsmodelle und die

Datensicherheit. Faktoren, die Enterprise-Architekten vor neue Herausforderungen stellen. Stichwort DevOps: Gefragt sind agiles Projektmanagement, die effiziente enge Zusammenarbeit von Entwicklung, Betrieb und Qualitätssicherung sowie Security.

Da viele Unternehmen zurzeit vor der Aufgabe stehen, die Services verschiedener Cloud Provider geordnet und skalierbar in ihre IT einzubinden, ergibt es Sinn, zu vergleichen, wie die Mitgliedsunternehmen des CBA Lab diese Integration angehen. Im Whitepaper des Workstreams werden dabei die Netz- und Kommunikationsebene, die Applikations- und Serviceebene und die Datenebene betrachtet.

Björn Oestrich
Der entscheidende Faktor für die Überlebensfähigkeit eines Unternehmens ist künftig nicht mehr Risikovermeidung, sondern Anpassungsfähigkeit. 
Björn Oestrich
Workstreamleiter

Im Bereich Netz-Security zum Beispiel nutzen die Mitgliedsunternehmen mehrheitlich zwei Muster: On Premise Control und Cloud Control. Welches davon eingesetzt wird, hängt von der jeweiligen IT-Strategie, von den Zielen und von den Fähigkeiten des Cloud Providers ab. Die Integration mit großen Providern wie Azure von Microsoft oder AWS wird mehrheitlich im Muster Cloud Control umgesetzt, weil sonst zu viel Potenzial in der Network Automation nicht genutzt werden kann.

Für die Datenebene sind die Integrationsmuster sehr stark abhängig vom Grad der Schutzbedürftigkeit der Daten. Für solche Daten, die das Unternehmen nicht verlassen dürfen, gibt es naturgemäß keine Muster, für Daten schwächerer Schutzklassen ergeben sich neben der vollständigen Integration in die Cloud noch die teilweise und die verschlüsselte Integration in die Cloud. 

Fazit des Whitepapers

Die Cloud Provider werden in ihren grundlegenden Angeboten immer austauschbarer. Deshalb sollten Unternehmen immer zuerst ihre Strategie festlegen und sich zwei Cloud Service Provider suchen, deren Stärken am besten zur eigenen Strategie passen. Das begrenzt gleichzeitig die Zahl der eingesetzten Integrationsmuster. Allerdings ist dafür eine eigene Strategie eine zwingende Voraussetzung.

Lesen Sie zu diesem Thema auch den Fachartikel "Multi-Cloud mit Hilfe von EAM besser planen und managen".

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