Ergebnis

Souveränität

Digitale Souveränität ist eine bewusste Management- und Governance-Entscheidung. Besonders in kritischen Geschäftsfähigkeiten müssen existierende Abhängigkeiten, z.B. mit Hilfe des hier beschriebenen Vorgehensmodelles, genau betrachtet und damit verbundene Risiken transparent gesteuert werden.

Durch die digitale Transformation werden Unternehmen und Behörden leistungsfähiger und vernetzter, dabei aber gleichzeitig neue Abhängigkeiten von Softwareanbietern, Cloud-Plattformen, Datenökosystemen und globalen Lieferketten geschaffen. Abhängigkeiten sind unvermeidbar und nicht grundsätzlich problematisch, aber kritisch, wenn sie unbeachtet entstehen, nicht bewusst kontrolliert werden und zentrale Leistungen betreffen.

Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit einer Organisation, diese Abhängigkeiten zu verstehen, bewusst zu steuern und ihre eigene Handlungsfähigkeit auch unter veränderten technischen, wirtschaftlichen oder geopolitischen Rahmenbedingungen aufrechtzuerhalten.

Das Whitepaper des Cross-Business-Architecture Lab bietet einen praxisorientierten Rahmen, um Digitale Souveränität systematisch zu bewerten, zielgerichtet zu verbessern und als festen Bestandteil der Unternehmenssteuerung zu etablieren. Das Ziel ist, langfristig handlungsfähig zu bleiben. Dazu wurde ein strukturiertes Vorgehensmodell zur Bewertung digitaler Souveränität entwickelt sowie konkrete Maßnahmen beschrieben, die eine Organisation auf dem Weg zu mehr digitaler Souveränität unterstützen.

Die grundlegende Logik ist einfach: Eine Organisation bestimmt den erforderlichen Handlungsspielraum (Soll), bewertet den tatsächlich vorhandenen Handlungsspielraum (Ist), identifiziert daraus entstehende Lücken und Risiken und leitet gezielt Maßnahmen ab, um auf ein bewusst akzeptiertes Niveau zu kommen. Ein strukturiertes Vorgehensmodell operationalisiert diese Logik: Der Bewertungsbereich wird festgelegt, der Souveränitätsbedarf bestimmt, Abhängigkeiten werden erfasst und bewertet, daraus entstehende Risiken priorisiert und geeignete Maßnahmen abgeleitet und nachverfolgt. So wird aus einem oft diffusen Gefühl digitaler Abhängigkeit eine transparente Entscheidungsgrundlage und ermöglicht so eine risikoorientierte Priorisierung von Handlungsfeldern.

Damit Digitale Souveränität dauerhaft wirksam wird, muss sie aber interdisziplinär in bestehende Steuerungsmechanismen integriert werden. Das Whitepaper beschreibt dafür konkrete Maßnahmen in den Handlungsfeldern Wissen und Befähigung, Architektur und Design, Beschaffung und Lieferantenmanagement, strategische Verankerung sowie Einflussnahme und Ökosysteme. Und nennt abschließend Handlungsfelder im Kontext Digitaler Souveränität, die weiterer Ausarbeitung bedürfen.